Wohnhochhäuser L + M, Hellwinkel Terrassen

Die REVITALIS ACHTZEHNTE GRUNDSTÜCKSGESELLSCHAFT MBH & Co. KG erstellt in Wolfsburg zwei 12- geschossigen Hochhäusern. ASSMANN BERATEN + PLANEN AG wurde neben der Fachplanungsleistung der Bauphysik, Technischen Gebäudeausrüstung und Tragwerksplanung beauftragt ebenfalls mit der Ausschreibung und Vergabe beauftragt.

Bei dem Bauvorhaben handelt sich um den Neubau von zwei Wohngebäuden, deren Baukörper im Untergeschoss über eine gemeinsame eingeschossige Tiefgarage miteinander verbunden sind. Das zu planende Bauwerk hat unterirdisch eine Grundfläche von ca. 2775 m² und ist eingeschossig geplant. Im Wesentlichen wird das Untergeschoss als Tiefgarage genutzt. Es sind 71 Stellplätze geplant. Weiterhin befinden sich dort Technik- und Nebenräume. Ein Großteil der Erdgeschosse weist Wohnnutzung auf. Die weiteren Erdgeschossflächen werden als Lobby- und Fahrradabstellbereiche genutzt. Die Obergeschosse werden als Mietwohnungen ausgebaut.

Das Gebäude wird überwiegend in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Das Tragsystem der Gebäude besteht aus tragenden Wänden und Stützen. Die Decken werden in Stahlbeton geplant. In den beiden obersten Staffelgeschossen verspringen die vertikalen Bauteile. Die Stützenabmessungen sind vom 11. Obergeschoss bis in das Untergeschoss gestaffelt. Die Aussteifung der Stahlbetonkonstruktion erfolgt durch Stahlbetonkerne (Treppenhaus und Aufzüge) und Wände. Das Untergeschoss wird als Weiße Wanne ausgeführt. Das Baufeld erfordert die Gründung des Gebäudes mittels Großbohrpfählen unter den Hochhäusern, wohingegen die nicht überbauten Bereiche der Tiefgarage flach gegründet sind und mittels Mikroverpresspfählen gegen Auftrieb gesichert sind.

Mit der Ausbildung der hochwärmegedämmten Gebäudehülle ist eine Übererfüllung der verschärften EnEV - Anforderung an den maximal zulässigen mittleren Transmissionswärmeverlust um > 10 % (EnEV-Neubau) gegeben. Die Planung des WDVS erfolgt unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Zertifizierte Baustoffe und Materialien kommen auf den opaken Fassaden zum Einsatz. Zur Schaffung einer hohen Tageslichtausbeute und zur Sicherstellung eines adäquaten Innenraumkomforts im Sommer werden Fenster mit einer Dreischeiben-Sonnenschutzverglasung, z.T. in Kombination mit außenliegenden Sonnenschutzsystemen, verwendet. Aus der zusätzlichen Ausbildung wärmebrückenreduzierter Anschlussdetails resultiert ein maximaler Jahresheizwärmebedarf gemäß EnEV von maximal 40 kWh/(m²•a). Die Anbindung an das primärenergetisch günstige Fernwärmenetz sowie der Einsatz energieeffizienter Abluftventilatoren in den Bad- und WC-Bereichen führt zur Unterschreitung der ebenfalls verschärften EnEV-Anforderung an den Primärenergiebedarf um 15 % (EnEV-Neubau). Die Anbindung an das Wärmenetz und die Ausbildung der Gebäudehülle erfüllen zusätzlich die Anforderungen des EEWärmeG um über 200 %.

Die Planung erfüllt die Anforderungen der novellierten Mindestanforderungen an den Schallschutz gemäß DIN 4109:2018 sowie die erhöhten Anforderungen des Bauherren. Die massive Gebäudehülle und die Ausbildung der Fenster halten die Anforderungen des Schallschutzes gegen Außenlärm ein. Die Geschossdecken stellen den Luft- und Trittschallschutz sicher. Normative Empfehlungen für die Ausführung von Leichtbautrennwänden zwischen den Wohnungen zur Einhaltung des Luftschallschutzes sowie zum Schutz gegen Installationsgeräusche ergänzen die Planung inhaltlich.

In der Technischen Ausrüstung wurden die Anlagengruppen 1 bis 8 geplant. Jedes Gebäude wird über einen eigenen Fernwärmeanschluss versorgt. Die Wohnungen mit Fußbodenheizungen sind über Wohnungsstationen versorgt. Diese bereiten auch dezentral das Trinkwarmwasser. Die Netze für Heizung und Trinkwasser sind entsprechend den Druckbedingungen ausgelegt und mit entsprechenden Druckhaltungen und Druckerhöhungsanlagen ausgestattet. Alle Wohnungen sind mit Multimediadosen ausgerüstet und werden über dezentrale Einzelraumlüfter entlüftet und über Fensterfalzlüfter belüftet. Über diese Komponenten wird auch der Feuchteschutz realisiert. Die Sicherheitstreppenhäuser und die Feuerwehraufzüge werden über eine Rauchschutzdruckanlage vor Raucheintragung geschützt. Jedes Gebäude verfügt über einen Personen- und einen Feuerwehrwehraufzug. Die Löschwasserversorgung in den Gebäuden wird über eine gemeinsame Löschwasserzentrale im Untergeschoss und dem Löschwassertank unter der Zufahrtsrampe realisiert. Alle sicherheitsrelevanten Anlagen besitzen eine redundante Stromversorgung. Hierfür befindet sich im Untergeschoss eine Netzersatzanlage als Notstromdieselaggregat. Eine übergeordnete Brandmeldezentrale überwacht und steuert alle Komponenten.

Leistung
Planen
Branche
Wohnungsbau
Bauart
Neubau
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