Rasenwachstumsanlage auf Schalke

Das Unternehmen RHENAC GreenTec AG hat ein Verfahren aus besonderer Belichtung und Beheizung einer Rasenfläche entwickelt, bei dem der Rasen gerade in den Wintermonaten eine langlebigere und bessere Qualität ausweist. Durch diese Verbesserung des Rasens sollte der mehrfach im Jahr erforderliche Rasenaustausch in Stadien verringert werden. Beim Stadion auf Schalke sollte als Pilotprojekt die erste Anlage konstruiert werden, die die gesamte Rasenfläche von ca. 80m x 120m befahren kann. Die Besonderheit auf Schalke ist das mobile Rasenfeld. Nach jedem Spiel wird die Rasenfläche aus dem Stadion nach draußen gefahren, sodass im Außenbereich ausreichend Platz für eine Besonnungsanlage vorhanden war. Die Anlage musste den Rasen jedoch nicht nur horizontal abfahren können, sondern auch in der Höhe verstellbar sein. Die Verstellmöglichkeit der Höhenlage ist zum einen aufgrund des Besonnungsverfahrens erforderlich, zum anderen zwecks der Befahrbarkeit durch Übertragungswagen, die den Platz während eines Fußballspiels nutzen, wenn der Rasen sich im Stadion befindet.

Die Haupttragkonstruktion ist als über 80m spannender Fachwerkträger mit einer Höhe von 4,6m realisiert worden, der über zwei Hupstützen in der Höhe um ca. 1,50m hoch und runter gefahren werden konnte. Die horizontale Befahrung der Rasenfläche erfolgte über Schienen, die an den Längsseiten des Spielfeldes auf Streifenfundamenten geründet wurden. Um die relativ breite Anlage von ca. 22m auf eine kompakte Parkposition zu reduzieren, wurden die Ausleger einklappbar konstruiert, sodass die Breite somit nur ca. 3,5m betrug. Das hatte jedoch zur Folge, dass auch die fahrbaren Beleuchtungsträge, die unter dem Ausleger angeordnet sind, komplett unter den Hauptfachwerkträger gefahren werden mussten um die Ausleger um 90° einzuklappen. Das stellte die Stabilität der Ausleger vor eine besondere Aufgabe, da aufgrund der Schwenkbarkeit und der wechselnden Positionen der Beleuchtungsträgern keine Verband oder biegesteife Verbindungen zur Aussteifung möglich waren. Daher wurde die Kraft des Drehmotors ermittelt, die dieser bei ausgeklapptem Zustand aufnehmen kann und als aufnehmbares Drehmoment im statischen System berücksichtigt. Außerdem wurden geringe Kräfte über die Rollenkonstruktion der Beleuchtungsträger aufgenommen, sodass beides zusammen eine tragfähige Konstruktion ergab. Durch die vielfältigen Betriebszustände mussten auch viele Berechnungen und Untersuchungen aufgrund der wechselnden Wind-, Eis- und Temperatureinwirkungen geführt werden.

Für die optimale Beleuchtung und Beheizung dieser Rasenfläche wurden 2 von diesen Anlagen benötigt. Insgesamt sind hier 160t Stahl verbaut worden, wobei alle Stahlträger zusammen eine Gesamtlänge von ca. 3000m erreichen.

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